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Mittwoch, 6. September 2017

Wenn Bücher auf die Leinwand kommen: Jessica Darling's It List

Normalerweise werden Bücher gelesen und dann sehe ich mir den Film oder die Serie an. Dieser Film ist also eine Besonderheit: An einem (langweiligen) Abend stolperte ich bei Netflix über diesen Film, bei dessen Titel es klingelte, weshalb ich ihn mir ansah - und erst hinterher das zugehörige Buch bestellte.
Nun ist es aber glücklicherweise so, dass dieses Buch der Start in eine Reihe ist, die sozusagen das Prequel zu einer Reihe ist, die ich bereits kenne und liebe: Megan McCaffertys Bücher über Jessica Darlings Schul- und Unizeit. Hier wird nun die Vorgeschichte erzählt...

Die Geschichte

Es ist der Tag, bevor Jessica Darling an die Junior High kommen wird. Ausgestattet mit den Tipps ihrer älteren Schwester, die eine goldene Schulzeit hinter sich hat, soll auch für Jessica der erste Tag ein voller Erfolg werden: Das richtige Outfit, die richtigen Freunde, die richtigen Kurse, der richtige erste Freund.
Das Problem: Ihre beste Freundin Bridget ist plötzlich viel hübscher als sie selbst. Das nächste Problem: Jess ist einfach nicht der Typ fürs Shoppen und Cheerleading - wie soll sie in diese Welt nur hineinpassen? Trotzdem gewinnt Jessica Anschluss, aber es fühlt sich für sie die ganze Zeit so an, als würde sie einem Ideal hinterherlaufen - sie ist einfach nicht so wie ihre große Schwester!
Und so muss Jessica versuchen, ihren eigenen Weg zu finden...

Die Bewertung

Der Film hat mich positiv überrascht, auch ohne dass ich zu dem Zeitpunkt das zugehörige Buch kannte.
Der erste ganz große Pluspunkt: Die Darsteller sind alle dem Alter ihrer Figuren entsprechend - und wie selten kommt das heutzutage vor! Es war erfrischend, wirklich junge Mädchen zu sehen, an der Schwelle zum erwachsen werden, dafür allein schon einmal Hut ab.
Außerdem ist es, genau wie die Bücher von Megan McCafferty, die ich bereits kenne und liebe, erfrischend, eine Hauptfigur zu sehen, die herrlich unperfekt ist, nicht hineinpasst und ihren Weg findet, auch am Ende nicht hineinzupassen: Weil nicht alle gleich sein müssen. Es ist ein High School Film, aber vor allem ist es eine Geschichte über das Anders sein.
Wirklich kurzweilige Unterhaltung!

Mittwoch, 17. Mai 2017

Wenn Bücher auf die Leinwand kommen: Anne with an E

Anne von Green Gables von Lucy Maud Montgomery war eines meiner Lieblingsbücher als Kind.

Die Geschichte von der rothaarigen Waise auf Prince Edward Island, Kanada, durch ihr Leben war wunderbar, ich weiß nicht, wie oft ich die Serie gelesen habe.

Nun hat Netflix das erste Buch zu einer Serie gemacht, sieben Folgen, die seit vergangenem Freitag zu sehen sind: Eine Pilotfolge über neunzig Minuten und sechs weitere Folgen über die üblichen 45 Minuten. Die Synchronisation ist, wie für Netflix üblich, ausgesprochen gut, dennoch habe ich die meisten Folgen auf englisch geguckt.

Für Liebhaber des Buchs ist die Handlung liebevoll umgesetzt, auch wenn es einige "künstlerische Freiheiten" in Form von veränderten Handlungssträngen gibt - die man als Buchliebhaber nur allzu gut kennt, wenn Bücher verfilmt werden.
Optisch ist "Anne with an E" wunderschön anzusehen, die Landschaftsaufnahmen, die Verfilmung der Figuren beinahe liebevoll und auch der Soundtrack ist stimmig. So glaubt man in der ersten Szene beinahe, in einer dramatischen ZDF Rosamunde Pilcher-Verfilmung gelandet zu sein, wird jedoch schon bald in eine zwar alte, aber nicht altbackene Geschichte hineingeführt, denn Anne ist kein Mädchen, das zur Ehefrau und Mutter geboren ist, sie ist ein kluger Kopf und ein selbstbewusstes Mädchen.

Die Geschichte

Marilla und Matthew Cuthbert, ein älteres Geschwisterpaar, möchte einen Jungen adoptieren, der ihnen bei der Arbeit auf Green Gables helfen soll. Doch stattdessen steht plötzlich Anne da, das rothaarige Mädchen, das kaum still zu bekommen ist.
Auch wenn sie eigentlich nicht bleiben soll, schleicht sie sich dennoch in die Herzen der Cuthberts, die sie schließlich in ihre Familie aufnehmen.


Die Bewertung

Netflix hat eine weitere Serie geschaffen, die ein Liebhaberherz erfreut: mit mir unbekannten, aber vor allem treffend besetzten Schauspielern für liebgewonnene Rollen. Der Soundtrack ist wundervoll, die Bilder auch, eigentlich wäre alles gut, wenn...
Wenn da nicht einige Veränderungen in der Handlung wären. Wie gesagt, generell sind Veränderungen nicht unbekannt, man hat sich schweren Herzens an sie gewöhhnt und manchmal, selten, überraschen sie einen auch positiv. An vielen Stellen ist das in "Anne with an E" durchaus auch passiert, nicht alle Veränderungen sind unangenehm. Aber zu Anfang der Geschichte passiert etwas, das nicht gefällt. Anne spielt mit einer Brosche von Marilla, die wenig später verschwunden ist. Marilla, die wusste, wie sehr sie Anne gefiel, verlangte zu gestehen, dass Anne sie hat. Diese gesteht schließlich etwas, das sie nicht getan hat. Im Buch verbietet Marilla ihr die Teilnahme an einem heiß ersehnten Picknick - in der Serie jedoch entscheidet Marilla, dass Anne zurück ins Waisenhaus muss. Daraus entsteht eine Odyssee über Bahnhöfe und Großstädte, bei der auch Matthew, der sich schließlich auf die Suche nach ihr begibt, verletzt wird. Das ist sehr viel Drama, und vor allem schmerzhaftes - das nicht hätte sein müssen.

Sieht man davon ab, ist "Anne with an E" eine echte Empfehlung, auch wenn man die Buchserie nicht kennt.