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Montag, 6. April 2020

» Herzklopfen nicht ausgeschlossen ; Julia Hanel

"Feli hat sich damit abgefunden, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Anstatt Medizin zu
studieren, jobbt sie in einem Seniorenheim, um den Pflegeplatz für ihre demente Großmutter zu
bezahlen. Dort trifft sie auf Leo, der nach einer wilden Nacht zu Sozialstunden auf ihrer Station verdonnert wurde. Er ist genau die Art Mann, mit der Feli so gar nichts anfangen kann: zwar echt attraktiv, aber auch ziemlich selbstverliebt. Trotzdem schlägt ihr Herz in seiner Nähe wie verrückt. Doch als sie gerade Vertrauen zu ihm fasst, wird sie von Leo bitter enttäuscht …"

Die Geschichte

Nach einer ziemlich blöden Aktion (auf die dümmsten Ideen kommt man mit Alkohol) darf Leo 100 Sozialstunden ableisten - dank der guten Beziehungen seiner Familie in einer Seniorenresidenz, die eigentlich jugendliche Straftäter aufnimmt - was Leo mit seinen 29 Jahren nicht mehr ist (auch wenn Feli, die ihn betreuen darf, beinahe anderer Meinung ist). Der erste Eindruck ist denkbar schlecht, denn Leo überfährt Feli auf ihrem Fahrrad beinahe mit seinem Porsche. Sie scheint gegen seinen Charme immun, mit dem er sonst jeden um den Finger wickelt, jedenfalls jeden außer seiner Familie.
Feli, die in der Seniorenresidenz arbeitet, um die Wohnung ihrer Großmutter zu finanzieren, die seit einigen Monaten wegen Alzheimer dort lebt, um das Haus ihrer Großmutter halten zu können - weshalb sie ihr Studium auf Eis legen musste. Eigentlich ist das Geld immer knapp und da wirkt Leo, der mal eben einen Mähroboter für das Altenheim bestellt (um es sich selbst einfacher zu machen), der Porsche fahrende Jung-Millionär, auf Feli nur wenig anziehend. Und doch: Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr beginnt Feli hinter die Maske des Playboys zu schauen - und desto mehr kommt Felix dem Boden der Tatsachen jenseits des Münchner Glamour Lebens an.

Die Bewertung

Eine so locker-leichte, wunderbare Geschichte habe ich schon eine ganze Weile nicht mehr gelesen - so schön, dass ich sie mal eben so an einem Nachmittag durchgelesen habe. Sozusagen weggeatmet. Leo und Feli, so wie Anila oder Alexander oder Natalja oder Sepp (oder-oder-oder) sind Figuren, die einem so echt erscheinen, als könnte man ihnen im Treppenhaus begegnen. Es ist eine Kunst, in dieser aktuell von Liebesgeschichten gefluteten Welt eine zu schreiben, die erfrischend und modern wirkt, so neu, unaufgesetzt und lebendig. Julia Hanel bringt zwei Figuren zusammen, die weder Insta-Love erleben, sondern aneinander, an sich und am Leben wachsen. Außerdem sprühen die Kapitel von Wortwitz und popkulturellen Referenzen (spätestens mit der ersten Harry Potter-Anspielung hatte das Buch mein Herz erobert), was erst Recht dazu führt, dass man weiterlesen möchte.

5 von 5 Punkten

Sonntag, 23. Februar 2020

» Was perfekt war ; Colleen Hoover

"Quinn und Graham lernen sich unter mehr als unglücklichen Umständen kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Kaum ein Jahr später sind sie glücklich miteinander verheiratet… Happily ever after?
Acht Jahre danach: Jemanden zu lieben, heißt nicht unbedingt, mit ihm glücklich zu sein. Das erkennt und erleidet Quinn Tag für Tag, denn obwohl sie und Graham sich weiterhin innigst lieben, gibt es ein Problem, das ihre Beziehung zu zerfressen droht …"

Die Geschichte

Quinn lernt Graham kennen, als sie herausfindet, dass ihr Verlobter sie betrügt - mit Grahams Freundin. Beide schaffen es, sich in diesem Moment gegenseitig eine Stütze zu sein, und sie verbringen einen Abend zusammen.
Trotzdem treffen sie sich einige Wochen später nur durch Zufall wieder, denn Quinn hat Graham nicht angerufen, aus Angst, dass die Umstände ihres Kennenlernens die Faszination überschatten werden, die von ihm ausgehen. Und sie spürt wieder sofort eine Nähe zu diesem Mann, in den sie sich schließlich Hals über Kopf verliebt.

Acht Jahre später ist die Ehe von Quinn und Graham beinahe zerbrochen. Keiner von beiden schafft es, darüber zu sprechen, was zwischen ihnen steht, und Quinn fragt sich, wieso man beim Menschen, den man noch immer zutiefst liebt, so einsam sein kann. Quinn zerbricht daran, dass sie keine Kinder bekommen kann, egal, was sie bereits gemeinsam versucht haben.
Und so bleibt für die beiden die Frage, ob ein gemeinsames Leben überhaupt noch möglich ist, wenn so viele Verletzungen bereits zwischen ihnen stehen.

Die Bewertung

Auf zwei Zeitebenen "Damals" und "Jetzt" erzählt Colleen Hoover wieder einmal eine sehr emotionale Geschichte, die mich, was durchaus nicht immer bei ihren Büchern geschieht, berührt hat. Ja, dem Titel getreu waren Quinn und Graham ein sehr perfektes Paar, aber insbesondere die Geschehnisse in den "Jetzt"-Teilen, in denen Quinn und Graham trotz all ihrer Liebe auseinander getrieben werden über dem unerfüllten Kinderwunsch, zeichnet ein tolles Bild von einer Ehe, die kaputt zu sein scheint, aber nicht aufgegeben wird. Kitsch gehört in die Bücher von Colleen Hoover und manchmal ist es ein bisschen zu viel (und was hat sie da auch schon wieder einen überaus perfekten Mann geschaffen..), aber der Vergleich zwischen einem Pärchen in der rosaroten Frisch-Verliebt-Phase und einer strauchelnden Ehe war eine interessante Abwechslung, wo es doch genau das zeigt, was viele Liebesromane nicht mehr beschreiben: Was passiert mit der Liebe, wenn die Zeiten stürmisch werden?

4 von 5 Punkte

Donnerstag, 21. November 2019

» Gar kein Plan ist auch eine Lösung ; Kyra Groh

"Mara hat alles im Griff. Der Job als Assistentin einer erfolgreichen Influencerin ist zwar etwas nervig, aber läuft. Die Beziehung mit Verlobten Sebastian ist jetzt nicht gerade leidenschaftlich, aber dafür stimmt bei ihm die Altersvorsorge. Die Wohnung ist nicht unbedingt nach ihrem Geschmack eingerichtet, aber die Designermöbel sind schon schick. Kurzum: Maras Leben läuft planmäßig, ruhig und schön unaufgeregt. Bis Sebastian sich von ihr trennt und aus der Wohnung schmeißt. Plötzlich ist Maras ausgeklügelter Lebensplan dahin und sie muss sich einen Plan B überlegen. Aber was, wenn Plan B auch nicht funktioniert? Dann gibt es ja noch C, D, E, F, … Oder man macht einfach mal gar keine Pläne. So wie Marius. Seines Zeichen Filmemacher, wahnsinnig charmant, sieben Jahre jünger, und planlos glücklich. Also definitiv kein Mann für Mara. Bis sie merkt, dass manchmal gar kein Plan auch eine Lösung sein kann…"


Die Geschichte





Maras Leben verläuft nach Plan. Jedenfalls eigentlich. Und auch nur solange, bis sich der Plan plötzlich in Luft auflöst: Ihr Verlobter Sebastian macht Schluss, wirft sie aus seiner Wohnung, verreist mit seiner neuen großen Liebe und sie steht mit drei großen Koffern Gepäck auf der Straße. Plan A: Ehe, Haus, Kinder - daraus wird nun nichts. Und so muss Mara sich einen Plan B überlegen. Oder C, D oder F. Denn nach acht Jahren Beziehung mit Sebastian hat Mara zwar noch immer ihren Job als Assistentin einer (ziemlich nervigen) Influencerin, aber keine Idee, bei wem sie nun unterkommen kann, denn ihre beste Freundin aus Schulzeiten hat sie schon ein Jahr nicht mehr gesehen oder gesprochen und mit ihrer Familie ist es auch durchaus... schwierig. Vielleicht hilft hier also erst einmal überhaupt kein Plan.


Die Bewertung


Das Schöne an den Büchern von Kyra Groh ist, dass sie so nah am Leben sind. Meine Identifikation zu Mara war sofort da, ich konnte mich in so vielen ihrer Gedanken wiederfinden, auch ohne dass sich unsere Leben an vielen Ecken sehr ähneln. Aber man kann es nachvollziehen, was sie denkt und fühlt und ihre Art, mit dem Chaos in ihrem Leben umzugehen, sofort verstehen.
Die Themen, die von Kyra Groh im Buch beschrieben werden, sind groß. Und sie sind komplex. Und wenn ich aufzählen würde, was alles Thema ist, dann ist der erste Gedanke: Oh wow. Das ist aber ganz schön viel auf einmal. Das Spannende ist: Es funktioniert. Man fühlt sich nicht mit den wichtigen Themen und Fragestellungen überrollt. Beispielsweise das Influencer-Thema, die Kennzeichnung von Werbung, der Umgang mit Followern, diese große, aufgeblasene Scheinwelt. Oder der Umgang mit einer schwierigen Familie, in der Probleme und Gefühle totgeschwiegen werden. Oder das große Thema "queer". Es passt einfach, man wird nicht überrollt und obwohl es inhaltlich so komplex ist, hilft der Schreibstil dabei, es aufzunehmen, ohne dass der einzigartige Kyra Groh-Humor die Themen banal werden lässt. Generell ist es angenehm, dass es Mara nicht leicht gemacht wird: In einem kitschigen Liebesroman hätte Mara kurz nach dem Rauswurf von Sebastian eine gutherzige Seele getroffen, die sie selbstlos aufnimmt und ihr wie die gute Fee durch ihre Probleme hindurch hilft. Mara jedoch wächst an dem, was ihr passiert - und als Leser wächst man ein kleines bisschen mit.
Und das Lesen macht Spaß: Die popkulturellen Anspielungen und Referenzen, auf Queer Eye, auf Harry Potter (<3) oder Filme und Musik. Die lebensechten Figuren, die echte Probleme haben und die sind, als könnte man ihnen auf der Straße begegnen.
Ich bin in einen Lese-Sog geraten, den ich aber von Kyra Groh schon kenne, denn genauso habe ich ihn bei meinem ersten Buch von ihr auch erlebt. Dieses Buch ist (wie erwartet!) eine absolute Leseempfehlung.


5 von 5 Punkten!






Sonntag, 4. Juni 2017

» Die Bücherfreundinnen ; Jo Platt

"Alice, Miriam, Sophie und Abigail sind die besten Freundinnen. Sie lachen zusammen, und sie lesen zusammen. Einmal im Monat trifft sich ihr Buchclub. Doch eine fehlt - Lydia. Vor drei Jahren starb sie an Krebs. Ihr letzter Wunsch an die Freundinnen: Ihr Mann sollte in den Club aufgenommen werden, seitdem ist Jon bei jedem Treffen dabei. Die Freundschaft hat allen fünf geholfen, mit dem schweren Verlust fertigzuwerden. Nur Alice ist nicht glücklich. Eine Dating-Katastrophe jagt die nächste. Kein Mann scheint richtig zu sein für die Innenarchitektin. Ihre Freundinnen sind fest entschlossen, Alice zu ihrem Glück zu zwingen, denn sie ahnen, dass es näher liegt, als Alice sich
eingestehen will."

Die Geschichte

Alice und ihre Freundinnen pflegen seit einigen Jahren einen Buchclub: Jeden Monat treffen sie sich bei einem von ihnen und diskutieren über ein Buch. Dass es bei den Treffen vornehmlich darum geht, auch über ihre Leben zu diskutieren, versteht sich von selbst. Früher gehörte auch Lydia hinzu, Alice' College-Freundin, doch seit ihrem Tod ist es ihr Mann Jon, der die Runde komplettiert.
Als beim letzten Treffen wieder einmal auf Alice' erfolgloses Liebesleben zurückkommen, verspricht diese, die Kuppelversuche ihre Freunde ernst zu nehmen. Dies führt zu einem Treffen mit Hugh, dem Pathologen, der sie mitten auf ein Schlachtfeld von Mittelalterfreunden führt. Dies führt jedoch auch zum Kennenlernen von Stephen, der Alice gut zu tun scheint.
Darum herum ist jedoch auch das Leben ihrer Freunde in Bewegung: Jon trifft sich zum ersten Mal seit Lydias Tod mit jemandem (und verheimlicht es Alice), Miriam fühlt sich nur noch als Mutter wahrgenommen, was ihrer Beziehung zu Craig nicht gut tut, und als Alice' Kollegin Sophie unerwartet kündigt, weiß Alice gar nicht mehr, an welcher Stelle sie anfangen soll...

Die Bewertung

Jo Platts "Die Bücherfreundinnen" befindet sich seit gefühlten Ewigkeiten in meiner Spotify-Bibliothek, das Buch selbst musste jedoch auf dem "Gerade zurückgegeben" Stapel in der Bücherei landen, damit ich es endlich zu lesen begann.
Und es war eine gute Entscheidung! Der Roman ist herrlich erfrischend, kurzweilig und liebevoll gespickt mit interessanten, unterschiedlichen Figuren. Auf den ersten paar Seiten braucht es ein bisschen, bis man die vielen Namen auseinander halten kann, aber dann ist man schon mittendrin in der Geschichte um Alice, die Innenarchitektin, Single, das Mitglied des Buchclubs, das die Bücher meistens nicht komplett gelesen hat. Aus ihrer Perspektive erlebt man ihren Berufsalltag, Dating-Verwicklungen, die Beziehung zu ihrem Freundeskreis und ihrem verwitweten Vater und ist direkt abgetaucht in die Geschichte.
Besonders angenehm war an diesem Buch, dass man zwar schon früh bestimmte Entwicklungen vorausahnen konnte, aber dennoch viel Freude hatte, sie dann lesend zu entdecken. Und die eine oder andere Überraschung behielt das Buch trotzdem auch noch bereit. "Die Bücherfreundinnen"war für mich ein echtes Wohlfühlbuch, das absolut zu empfehlen ist!

5 von 5 Sternen!

Dienstag, 30. Mai 2017

» Anything for Love ; Sarah Dessen

"Dass Sydneys Leben auf den Kopf gestellt wird, nur weil sie eine Pizzeria betritt, hätte sie nicht für möglich gehalten. Doch so, wie es im Moment läuft, kann ihr Leben einige Änderungen gut gebrauchen. Ihr Grundgefühl: unsichtbar. Denn zu Hause dreht sich alles nur um ihren Bruder, weil er betrunken einen Jungen angefahren hat und nun im Gefängnis sitzt. Dass ihre Mutter seine Schuld an dem Unfall ignoriert, macht die Sache nicht leichter für Sydney. Bis sie in der Seaside Pizzeria Mac und Layla kennenlernt, deren Familie so ganz anders ist als ihre: chaotisch und warm, laut und liebenswert. Unvoreingenommen wird Sydney willkommen geheißen. Und wenn Mac sie ansieht, fühlt sie sich alles andere als unsichtbar …"

Die Geschichte

Sydney war noch nie die auffälligste Person, denn ihr Bruder Peyton ist es, der charismatisch ist und den alle mögen. Seit er jedoch zu einem Gefängnisaufenthalt verurteilt wurde, weil er betrunken einen Jungen angefahren hat, steht ihre Familie auf dem Kopf. Ihre Mutter scheint nicht zu sehen, dass Peyton sehr wohl allein verantwortlich ist für das, was geschehen ist, ihr Vater stürzt sich weiter in seine Arbeit. Sydney wechselt auf die öffentliche High School, weil sie weiß, wie viel die Verteidigung ihres Bruders kostet: hier ist sie nun wirklich allein.
Als sie nach ihrem ersten Schultag jedoch spontan eine Pizzeria betritt, ändert sich sozusagen alles. Dort lernt sie Layla und ihre Familie kennen, die sie nicht nur in ihre Clique integrieren, sondern sie auch davor bewahren, an den Nachmittagen nach Hause zu müssen. Denn in der Abwesenheit ihrer Eltern ist dort oft Ames, der beste Freund ihres Bruders, in dessen Gegenwart sich Sydney sehr unwohl fühlt.
Zum ersten Mal fühlt sich Sydney nicht mehr unsichtbar, auch wenn die Situation Zuhause nicht einfacher wird. Sie hat das Gefühl, als Einzige die Schuld für das zu tragen, was geschehen ist. Es ist Laylas Mutter und vor allem Laylas Bruder Mac, der ihr hilft...


Die Bewertung

Sarah Dessens Geschichten gehören beinahe allesamt zu meinen liebsten Büchern, da war es klar, dass ich dieses Werk, dass zwei Jahre nach seiner Veröffentlichung in Amerika endlich auf dem deutschen Markt erschienen ist, haben musste.
Wenn man von Kleinigkeiten absieht, dann ist auch dieses Buch wieder in gewohnter Dessen-Manier ein wunderschönes Buch. Warum aber der Verlag beispielsweise auf die Idee gekommen ist, aus dem englischen "Saint Anything" das deutsche "Anything for Love" zu machen, das in meinen Augen den Inhalt nicht wiederspiegelt, kann ich nicht beantworten.
Abgesehen davon sind die Hauptfiguren, wie eigentlich immer in Dessens Geschichten, liebevoll gezeichnet und sehr lebendig, es ist nicht zuallererst eine Liebesgeschichte, auch wenn diese eigentlich auch immer vorkommt und dann immer schön geschrieben ist. Daneben geht es eben um die komplizierte Beziehung von Sydney zu ihrer Familie, um Einsamkeit, neue Freundschaften und Zukunftsvorstellungen.


5 von 5 Sternen.

Mittwoch, 3. Mai 2017

» Nächstes Jahr am selben Tag ; Colleen Hoover

"Ausgerechnet am Abend, bevor sie von Los Angeles nach New York zieht, lernen sie sich kennen: die 18-jährige Fallon, Tochter eines bekannten Filmschauspielers, und der gleichaltrige Ben, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und verbringen die Stunden vor dem Abflug zusammen. Doch wie soll es weitergehen? Wollen sie sich wirklich auf eine Fernbeziehung einlassen und ihren Alltag nur halbherzig leben? Um das zu verhindern, beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahr jedes Jahr am selben Novembertag zu treffen, dazwischen jedoch auf jeglichen Kontakt zu verzichten. Und wer weiß, vielleicht, so die Hoffnung, klappt es am Ende der fünf Jahre ja mit einem Happyend.
Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit - und so kommt ihnen trotz aller intensiven Gefühle, die bei jedem Treffen der beiden hochkochen, ganz einfach das Leben dazwischen …"


Die Geschichte

Fallon ist mit ihrem Vater, dem bekannten Filmschauspieler, an ihrem letzten Tag in Los Angeles zum Mittagessen verabredet, aber das Treffen entwickelt sich anders, als gedacht. Denn ein Junge kommt dazu, der ihrem Vater Paroli bietet zu Dingen, die sie längst herunterschluckt.
Das ist Ben, der die Augen nicht von Fallon lassen kann - was sie wiederum nicht glauben kann: Seit einem tragischen Unfall vor einigen Jahren trägt sie Narben in ihrem Gesicht und auf ihrem Körper, was ihre vielversprechende Karriere als Schauspielerin zu beenden schien.
Doch Ben lässt sich nicht abblitzen, wie es sonst alle tun. Er schafft es sogar, diesen letzten Tag in Los Angeles mit Fallon zu verbringen und ihr das Versprechen abzunehmen, dass sie sich an diesem Tag in den nächsten fünf Jahren immer sehen werden, da sie ihrer Mutter einst versprach, sich vor 23 auf keine ernsthafte Beziehung einzulassen. Beide geben einander "Hausaufgaben" für die 364 Tage bis dahin. Doch kann dieses Etwas zwischen ihnen wirklich Bestand haben, wenn man sich in der Zeit zwischen den Tagen nicht sieht, nicht schreibt, nicht spricht? Denn das ist eine ihrer Regeln: Keine Handynummern oder E-Mail-Adressen austauschen. Und außerdem scheinen längst nicht alle Geheimnisse auf dem Tisch zu sein...




Die Bewertung

Die Geschichte ist dadurch interessant, dass von Colleen Hoover, einer Meisterin der Liebesgeschichten, tatsächlich nur die Tage beschreibt, an denen sich Fallon und Ben sehen. Was dazwischen passiert, erfährt der Leser nur nebenbei. Die beiden Hauptfiguren sind liebevoll beschrieben, wie man es von Colleen Hoover kennt, auch die Nebenfiguren sind sympathisch, auch wenn ich bei ihr immer das Gefühl habe, dass es etwas zu perfekt ist.
Die Geschichte um Fallon und Ben ist gut ausgedacht und spart nicht an Wendungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Auch die Vergangenheit spielt natürlich wieder eine große Rolle, aber man verzeiht bei dem fesselnden Stil auch das eine oder andere Klischee.

4,5 von 5 Sternen.

» The Sun is also a Star ; Nicola Yoon

"Schicksalsfäden einer großen Liebe! Wie viele Dinge müssen geschehen, welche Zufälle passieren, damit sich die Wege zweier Menschen kreuzen? Als Daniel und Natasha in New York aufeinander treffen, verguckt er sich sofort in das jamaikanische Mädchen. Die zwei teilen einen Tag voller Gespräche über das Leben, ihren Platz darin und die Frage: Ist das zwischen uns Liebe? Doch ihr Schicksal scheint bereits festzustehen, denn Natasha soll noch am selben Abend abgeschoben werden."


Die Geschichte

Es ist vorrausichtlich Natashas letzter Tag in New York - auch wenn sie das noch nicht akzeptieren will. Es ist der Tag, an dem sich Daniels Zukunft entscheiden soll - auch wenn er sich nicht sicher ist, ob er diese Zukunft überhaupt will.
Natasha scheint eine letzte Chance zu erhalten, als sie die Nummer eines Anwalts erhält, der ein Experte für Abschiebungsfälle wie den ihren sein soll. Denn es ist nicht fair, dass sie abgeschoben werden soll - wegen eines Fehlers ihres Vaters! Zurück nach Jamaika, obwohl sie sich längst wie eine Amerikanerin fühlt und große Pläne hat.
Auf dem Weg begegnet sie Daniel, dem sie wie eine Fügung des Schicksals erscheint - obwohl er eigentlich auf dem Weg zum Friseur sein sollte, um eine in den Augen seiner Mutter akzeptable Frisur für das Gespräch mit einem Yale-Absolventen zu bekommen. Dieser soll ihn an der Universität empfehlen, damit er den ihm vorbestimmten Weg zum Arzt gehen soll - wie es sich seine Eltern, koreanische Einwanderer in der ersten Generation wünschen. In Daniel lebt aber eher eine Dichterseele, auch wenn man in koreanischen Familien nicht widerspricht.
Die beiden treffen aufeinander und viele Dinge geschehen, die diesen Tag zu einem unvergesslichen machen. Ist das Schicksal, was passiert?


Die Bewertung

Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt: Allen voran Natashas und Daniels, die auf ihre ganz eigene Weise auf die Welt blicken: Daniel, der Poet, der Optimist, der sich seine Gefühle für Natasha unmittelbar eingesteht und alles daran setzt, Zeit mit ihr zu verbringen. Natasha, die Wissenschaftlerin, zweifelt an der Liebe, kämpft für den Verbleib in Amerika und will sich eigentlich nicht auf Daniel einlassen. Die Figuren, die am Rande der Handlung spielen, bekommen ebenfalls immer wieder ihren Moment im Scheinwerferlicht, und das ist nur ein Faktor, der dieses Buch so besonders macht. Es sind überraschende Figuren, es sind liebenswerte Figuren und auch, wenn das Buch nur einen einzigen Tag abdeckt, fesselt es. Es ist hoffnungsvoll und poetisch und einfach sehr schön.

5 von 5 Sternen.

Dienstag, 14. März 2017

» Wir in drei Worten ; Mhairi McFarlane

"Zu Unizeiten waren Rachel und Ben unzertrennlich. Beste Kumpels waren sie. Die Welt konnte ihnen nichts anhaben. Doch in der Nacht vor der Abschlussfeier ist etwas passiert. Seitdem haben sie sich weder gesehen, noch Kontakt gehabt – keine Telefonate, keine Mails, nicht einmal Facebook-Freunde. Zehn Jahre und 781 erfolglose Google-Suchen später stehen sie sich plötzlich gegenüber. Die vergangenen Jahre sind wie weggespült, und die alte Freundschaft ist sofort wieder spürbar. Und doch ist nichts mehr wie früher."

Die  Geschichte

Nach dreizehn Jahren Beziehung, mitten in der Hochzeitsplanung, kommt Rachel zu einer Erkenntnis: Sie ist nicht glücklich. In einem Streit über Kleinigkeiten sind die Worte auf einmal ausgesprochen. Und die Beziehung? Beendet. Aber Rachel ist nicht allein, sie hat ihre besten Freunde Caroline, Mindy und Ivor, die ihr helfen, eine neue Wohnung zu finden, und sie auffangen. Und dann ist da jemand, der Rachels Gedanken in eine ganz andere Richtung lenkt. Denn sie hat dem Schicksal einen kleinen Schubs gegeben und steht auf einmal Ben gegenüber. Ben, der während ihrer Unizeit ihr bester Freund war, ihre bessere Hälfte. Nach zehn Jahren ohne Kontakt ist er auf einmal wieder in ihrem Leben - und während sie frisch getrennt ist und ihre Verlobung gelöst hat, ist er mit seiner perfekten Ehefrau gerade nach Manchester gezogen. Und er freut sich, sie zu sehen, als wäre nie etwas zwischen ihnen geschehen.
Rachel, die als Journalistin beim Gericht arbeitet, bekommt durch Ben, der einen Kontakt herstellt, die Chance, immerhin ihrer Karriere Aufschwung zu verleihen, als sie ein Exklusiv-Interview führen darf. Dass diese Begegnung noch ganz andere Folgen nach sich ziehen wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Parallel zur Geschichte in der Gegenwart verfolgen wir Ben und Rachels Vergangenheit an der Uni: Das Kennenlernen und von da an die Geschichte einer tollen Freundschaft. Schließlich laufen die unbeantworteten Fragen der Vergangenheit in der Gegenwart mit ganz neuen (oder alten?) zusammen...


Die Bewertung

Rachel und Ben - Ben und Rachel. Mit jedem Rückblick in die Vergangenheit lernt man die Freundschaft der beiden besser kennen - und sieht auch, wie es dazu kommen konnte, dass Rachel kurz vor ihrer Hochzeit alles absagt. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet und aus Rachels Perspektive hat alles diesen sprühenden Charme, eine Leichtigkeit und sehr viel Witz. On top bekommt man interessante Einblicke in das Leben einer Journalistin am Gericht.
Daneben sind ebenso ausgestaltete Figuren in Form von Caroline, Mindy und Ivor, die für amüsante Nebenepisoden sorgen.
Der rote Faden im Buch ist die Beziehung von Rachel und Ben. Daneben windet sich jedoch die berufliche Situation Rachels um alles: Vom Exklusivinterview zu dem Moment, an dem eine Journalistin entscheiden muss, was sie für eine gute Story bereit ist zu opfern.

Mhairi McFarlanes Schreibstil ist flüssig, witzig und lebensecht, man taucht in die Geschichte ein und wird auf fast 500 Seiten bestens unterhalten. Volle Punktzahl!

5 von 5 Sternen.